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Tuesday, 06 July 2010 08:55

Mass Effect 2

Written by  ae
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Der zweite Teil der Mass Effect Trilogie knüpft gewohnt bildgewaltig an seinen Vorgänger an. Kein Zweifel, BioWare versteht es, uns erneut in der epischen Geschichte um Commander Shepard gefangen zu nehmen.

Redaktion » 12pm - Jul 6, 2010
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Mass Effect 2

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Doch wo wir im ersten Teil einem klaren gut / böse Schema gefolgt sind – wir waren die Guten, die Anderen nicht -  wird dieses nun aufgelöst – beginnend damit, dass unser Charakter sich plötzlich im Stützpunkt von Cerberus, einer im ersten Teil am Rande erwähnten Pro-Mensch-Terror-Gruppe wiederfindet und nun für einen, nein DEN „Unbekannten“ arbeitet – zum Wohle der Menschheit natürlich, die das trotz ihrer zweifelhaften Politik im nun ausschließlich aus Menschen bestehenden Rat der Citadel zweifellos verdient hat. Warum? Das müsst ihr schon selbst herausfinden!

Soviel sei verraten:
Die Menschheit wird von einer noch größeren Gefahr in noch größeren Raumschiffen mit noch größeren Außerirdischen darin bedroht – und es ist mal wieder an uns, den Spielern, dem Treiben Einhalt zu gebieten.
Ein Großteil der Hauptgeschichte besteht jedoch darin, sich für diese enorm wichtige Aufgabe das entsprechende Team zu besorgen und das ist natürlich quer durch die gesamte Galaxis verstreut. Und so fliegen wir mit der neuen-und-verbesserten Normandy quer durch die Galaxis, um verschiedene, zum Teil sehr spezielle neue und alte Freunde zu finden, mit denen wir uns der großen Bedrohung entgegenstellen.

Kein Zweifel, Mass Effect 2 ist spannend und liebevoll erzählt und versteht es, den Spieler über ca. 40 Spielstunden hinweg zu unterhalten, jedoch nicht ganz ohne Kritik. Da wäre zunächst das zeitliche Ungleichgewicht zwischen den beinahe obligatorischen Neben- und Personal-Quests und den vergleichsweise kurzen Hauptmissionen. Auch mögen die rührenden und einfühlsam erzählten Schicksale JEDES EINZELNEN Teammitgliedes  in so manch weniger zart besaiteten Spieler den Wunsch nach dem guten alten abgeklärten Helden ohne tragische Vergangenheit, vermisste Söhne und Töchter, tote Anverwandte oder existenzielle Gewissensbisse wecken.

Die größte kritische Frage, die auch von der Fachpresse schon ausgiebig diskutiert wurde ist jedoch diese: Ist Mass Effect 2 noch ein Rollenspiel?
Das stufenbasierte Aufstiegssystem ist stark zusammengekürzt auf ein Minimum der aus dem Vorgänger bekannten verschiedenen Fertigkeiten, die im ersten Teil beinahe fast zu große Auswahl an Waffen, Gegenständen, Munitionstypen und Upgrades für alles bis auf vielleicht das biotische Entfernen eingewachsener Fußnägel ist einer sehr viel kleineren Auswahl an Waffen und Standardmunition für die verschiedenen Waffengattungen gewichen, das Ganze erinnert von seiner Handhabung eher einen Shooter – nicht, dass es nicht schön wäre, direkt eine Mission zu beginnen, ohne vorher erst zehn Minuten mit der Ausrüstung des Teams zu verbringen und stattdessen vielleicht seinen Weltraumhamster zu füttern, so man ihn auf dem Markt in der Citadel mitgenommen hat – oder man durchkämmt in mühevoller Kleinarbeit die Galaxie nach unerforschten Planeten mit hohem Mineraliengehalt, um die rohstoffhungrigen, aber dringend nötigen Schiffs- und Ausrüstungsupgrades durchführen zu können und dabei eine wichtige Lektion über das Weltraumforscherdasein zu lernen: Weltraumforschung heisst auch, über Stunden hinweg auf Scanner zu starren und zu hoffen, dass die Werte stimmen – was sie hier zum Teil nicht tun. Inwieweit das Scannen eine Verbesserung zu den Planetenausflügen aus dem ersten Teil ist, bleibt sicherlich eine Frage der persönlichen Präferenz, es ist auf jeden Fall ausgesprochen meditativ.

Zurück zur Rollenspielfrage: Auch, wenn man, wie bereits bekannt, die Questen auf verschiedenen Wegen oder vielmehr auf die gute oder die fiese Art lösen kann, so läuft es letztendlich doch auf’s Selbe hinaus. Nicht mal den wirklich unsympathischen Teammitgliedern oder gar Auftraggebern darf man dezidiert seine Meinung kundtun, so sehr man sich das auch wünschen mag – aber mal ehrlich, in welchem Rollenspiel geht das schon, ohne dass zwangsweise die Story inkonistent wird?

Im Vergleich zu der sehr kurzen, linearen Hauptstory wartet Mass Effect 2 mit einer Menge liebevoller Details auf, die Welt wirkt zu jeder Zeit lebendig und authentisch, seien es die geschäftigen Asari oder die schicksalsgebeutelten Kroganer, deren Stimmgewirr beim Besuch ihrer Heimatwelten selbige eindrucksvoll illustrieren oder sei es die Crew der Normandy selbst, deren Pilot ein zweifelhaftes Verhältnis zur Schiffs-VI pflegt oder deren salarianischer Forscher dem Spieler – so er denn sympathisch genug ist – wertvolle Tipps zum kreativen Einsatz von Masseneffektfeldern im Schlafzimmer gibt – naja, wer’s braucht...

Die Grafik auf der Xbox ist gewohnt solide, sie wirkt etwas feiner und detailverliebter als in der Vorgängerversion, was manchmal mit kleinen Bugs und fehlerhaften Kollisionsabfragen erkauft wird – ärgerlich, wenn man in der Luft oder auf einem Geländer festhängt oder Gegner einfach nicht verschwinden. Ansonsten ist sowohl die Steuerung, als auch das herausragende, flüssige Dialog-System, das noch seinesgleichen sucht, weitestgehend identisch zum ersten Teil,  zumindest auf den ersten Blick. Die Bewegungen der Figuren wirken zwar etwas träge in den ersten zehn Minuten des Spiels, danach fällt das nicht mehr auf.

Was soll man noch sagen? Mass Effect 2 ist bildgewaltig, düster, episch, es lässt den Spieler lachen und weinen und zum Ende hin eine Überraschung erleben, die Geschichten sind spannend und rührend erzählt und wir freuen uns auf den dritten Teil, vielleicht auch, um herauszufinden, welche Dimensionen denn die nächste Bedrohung der Menschheit annehmen wird, der sich Commander Shephard zweifelsohne erneut todesmutig entgegenstellen wird.

Last modified on Thursday, 17 February 2011 23:03
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