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(Achtung! Der Videobeitrag ist für Zuschauer unter 18 Jahren nicht geeignet!)
DragonAge Origins
Aber halt! Haben wir schon alles gesehen? Keineswegs! Die Welt von DragonAge ist schön düster, bedrohlich und blutig, weshalb das Spiel berechtigterweise auch erst ab 18 ist. Nach einem Kampf von Blut bedeckte Charaktere sieht man in den klassischen Rollenspielen selten, und auch die Videosequenzen tragen eindrucksvoll dazu bei, dass uns klar wird: Die Viecher meinen es ernst. Hier wird die in jedem Rollenspiel vorhandene Gewalt nicht beschönigt, sondern in ihrer ganzen schaurig-schönen Schrecklichkeit vor unseren Augen ausgebreitet.
Die Story ist linear, aber facettenreich und eine nette Abwechslung zu den zahlreichen Open-World-Systemen, die derzeit den Rollenspielmarkt dominieren. Es gibt durch zahlreichen Nebenquesten und Geheimorganisationen zusätzlich eine Menge zu tun und zu erleben. Und unsere Handlungen haben Auswirkungen! Sie beeinflussen, wie sich unsere Mitstreiter verhalten, ob sie uns genug mögen, um uns für ihre persönlichen Questen einzuspannen oder uns in den Rücken fallen, wenn sich die Gelegenheit ergibt.
Nachdem wir eine auf unsere Charakterklasse zugeschnittene Einführungsstory durchlaufen haben, ziehen wir als Templer, Schurke oder Magier, Mensch Elf oder Zwerg aus, um als Grauer Wächter dem dunklen Treiben ein Ende zu bereiten. Und davon gibt es reichlich, nicht nur durch die Darkspawn selbst. Unsere Reise führt uns durch liebevoll gestaltete Städte der Menschen, die Wälder der Elfen und die Tunnel der Zwerge und an jedem dieser Orte erwarten uns neue Geschichten, neue Verbündete, neue Gegner und neue Herausforderungen… und neue, riesige Dungeons mit zahlreichen hungrigen Gegnern und dem einen oder anderen Drachen…
Ein bisschen schade ist, dass sich manche Questen nur durch Skills – und zwar die eigenen – lösen lassen, was gelegentlich dazu führt, dass der Charakter Sachen lernt, die er eigentlich gar nicht lernen würde, weil irgendjemand in der Gruppe das ja schon kann – aber sei’s drum, wir haben ohnehin genug Punkte zum Ausgeben in den zahlreichen Lernwegen, die sich nach und freispielen lassen.
Die Grafik sieht anständig aus, die Aufmachung erinnert ein wenig an Neverwinter Nights 2, was aber nicht notwendigerweise schlecht ist und die Steuerung ist dank Kreismenü intuitiv zu verstehen. Erfreulich ist, dass das nervige Hin und Herschieben von Gegenständen im Inventar nicht mehr nötig ist, da jedes Gruppenmitglied darauf zugreifen kann. Das Kämpfen ist zumindest für zaubernde Charaktere dank Pausenmodus sehr angenehm und scheint auf einem eigenen System zu beruhen. Die Kämpfe und Aufgaben sind bisweilen schon herausfordernd – zumindest als Magier, aber einfach ist ja auch langweilig.
Und wenn man mal wirklich nur stumpf durch die Gegend läuft, unterhalten sich die Gruppenmitglieder miteinander gemäß ihrer Charaktere und ihrem Verhältnis zueinander – und so wirkliche Wiederholungen sind uns in diesen Dialogen nicht aufgefallen, was bei etwa 60 Spielstunden schon beachtlich ist.
Alles in allem: Klassische, düstere Fantasy mit viel Atmosphäre und Liebe zum Detail, mit der man einige Winterwochenenden verbringen kann.

